Unterschiede und Parallelen bei MetaTrader 4 und MetaTrader 5

Inzwischen ist schon einige Zeit ins Land gezogen, seit der MetaTrader 5 als Handelsplattform veröffentlicht wurde. Haben viele Trader anfangs ohne genaueres Hintergrund-Wissen erwartet, dass es sich bei der neuen Plattform um einen gewissermaßen amtlichen Nachfolger der Variante MetaTrader 4 handelt, konnten sie sich rasch eines besseren belehren lassen. Heute wissen wir nach einiger Zeit, dass sich beide Handelsplattformen vielerorts nebeneinander etabliert haben. Richtig ist aber ebenfalls, dass viele Broker bisher wegen des Umstellungsaufwands weiterhin dem MT4 die Treue halten.

Endlich auch Angaben zur Markttiefe erhältlich

Welche Unterschiede es zwischen beiden Plattform-Modellen gibt, sollten Trader aber wissen, bevor sie sich von einem System überzeugen lassen. Anders als beim MT4 zum Beispiel können Händler bei der neueren Plattform ein Orderbuch führen, um ihre Entwicklungsschritte festzuhalten oder individuelle Notizen zum Trading-Verhalten anzufertigen. Interessant ist dieses Angebot unter anderem, weil Trader sich zugleich dank der Marktdaten einen guten Eindruck von der aktuellen Markttiefe verschaffen können. Beim MetaTrader 4 waren Markttiefe-Daten bis dato nicht abrufbar.

Schnell erste Programmier-Erfahrungen sammeln beim MT5

War schon die früher verwendete Programmiersprache MQL4 aus dem MetaTrader 4 selbst für Laien mit einigem Experimentieren nachvollziehbar und flexibel nutzbar, schneidet der MT5 aus Expertensicht in diesem Punkt noch besser ab. Intuitiver fällt sie aus, die Plattform. Vor allem für Händler mit Vorkenntnissen der Sprache C++ ist das Trading mit der Plattform noch einfacher. Dafür sorgen die bessere Indikatoren-Auswahl und zusätzliche Chart-Tools, die der MetaTrader 5 im Vergleich zu seinem Vorgänger bietet. Bei der Auswahl der Handelsinstrumente schneiden beide Plattformen je nach Anbieter ähnlich gut ab. CFDs und Forex-Produkte (unter anderem) können sehr gut gehandelt werden. Verzichtet wird beim neuen Ansatz weitgehend auf die Möglichkeit des Hedgings. Dafür gibt es hier nun die Orderarten „Sell Stop Limit“ und Buy Stop Limit“. Zugleich fasst der MT5 offene Positionen zusammen und vereinfacht das Handeln so spürbar.

Auftragsfenster im MetaTrader 5

Einsatz der Plattformen kommt ohne Gebühren aus

Eine Parallele beider Handelsplattformen: Sie sind kostenlos, einzig die Einbindung zusätzlicher Tools, wie es gerade beim MT5 möglich ist, kann Gebühren nach sich ziehen. Welcher Weg der individuell richtige ist? Ein gebührenfrei erhältliches Demokonto macht den Einstieg und vor allem die eigentliche Auswahl bequem und günstig, so dass erste Gratis-Trades schnell ans Licht bringen, auf welcher Handelsplattform sich Trader am wohlsten fühlen im Hinblick auf den späteren Echgeld-Handel. Einmal mehr sei gesagt: Es handelt sich nicht um einen Vorgänger und einen Nachfolger. Stattdessen hebt sich der MetaTrader 5 in seinen Fähigkeiten und den Programmier-Möglichkeiten von der älteren Handelsplattform ab.

Wissen müssen Händler, dass sie im MT4 erstellte Expert Advisors nicht ohne Weiteres in den MT5 übernehmen können. Vielmehr müssen erfolgreiche Trading-Muster wie Scripts neu programmiert werden, um weiterhin für Trades genutzt werden zu können. Wer mit beiden Plattformen traden möchte, kann dies vielfach ohne Probleme tun.

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Discussion3 Comments

  1. Hallo Herr Hell,

    vielen Dank für den interessanten Artikel. Sie schreiben:

    „Anders als beim MT4 zum Beispiel können Händler bei der neueren Plattform ein Orderbuch führen, um ihre Entwicklungsschritte festzuhalten oder individuelle Notizen zum Trading-Verhalten anzufertigen.“

    Wie und wo kann ich das denn machen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Stefan Schulze

  2. Sebastian Hell sagt:

    Sehr geehrter Herr Schulze,

    danke für Ihre Anfrage. Das Orderbuch selbst finden Sie im oberen Menü des MetaTraders, unter Ansicht > Markttiefe.

    Der Tipp “ individuelle Notizen zum Trading-Verhalten anzufertigen“ bezieht sich nicht auf das Orderbuch, sondern auf die Möglichkeit, bei Orderplatzierung über das normale Auftragsfenster Kommentare hinzuzufügen.

    Viele Grüße

  3. Matthias Temal sagt:

    Beiden Plattformen gemein ist die vom Server vorgegebene Einstellung der Uhrzeit. Hier haben alle Broker ihre Gründe, die Uhr auf ihre Lieblings- oder auf die lokale Zeitzone einzustellen.

    Insbesondere letzteren sei gesagt, dass der MetaTrader nicht dazu da ist, die Uhrzeit abzulesen, sondern u.a., um Stunden-, Tages- und Wochenkerzen zu zeichnen. Ganze Stundenkerzen entstehen immer, außer ein Broker macht freitags schon um 22:30 Uhr zu.

    Wie die Woche anfängt, hängt davon ab, ob der Server zu einem beginnenden Handelstag auf null Uhr steht oder z.B. auf 23:00 Uhr sonntags. In diesem Fall ist die erste Tageskerze der Woche nach einer Stunde fertig, und die Woche ist erst nach sechs Tageskerzen um.

    Man bedenke, was dies für manchen gleitenden Durchschnitt bedeutet oder ob ein Pivot-Indikator mit dem zusätzlichen Tageswechsel klarkommt. Diesen muss auch eine Handelszeiten-Anzeige verkraften können, sonst ist jeder Wochenanfang wie Weihnachten.

    Als ich das erste Mal den MetaTrader eines amerikanischen Anbieters erprobt hatte, der aktuelle Ticks zu Kairoer, Athener bzw. Osloer Zeit anzeigte, verstand ich gar nicht warum. Eastern, London oder GMT hätten mir eingeleuchtet, wenn ich schon nicht meine mitteleuropäische Uhr nach dem MetaTrader stellen kann.

    Die Erprobung führte dazu, dass ich mich festgelegt habe. Wer die Analyse-Werkzeuge dieser Plattformen nutzt, hat es leichter, wenn alle Zeitrahmen ihren Rhythmus ganz ungebrochen halten. (Vielleicht wäre das für viele Anwender auf beiden Seiten leichter zu verstehen, wenn der MetaTrader die Stunden in 24 [aus 26] Buchstaben statt Zahlen darstellen würde.)